Ferien an der Autobahn

Ich habe beschlossen, einiges aus den Tagebüchern meines Vaters zu veröffentlichen. Vorerst werden es unpolitische Ereignisse sein, denn ich muss selbst erst einmal alles lesen (1937 bis 1955), verarbeiten und analysieren, um zu überlegen, wie weit man mit dem Veröffentlichen gehen kann. Hochinteressant sind die verstaubten Hefte allemal, auch bezüglich der einfachen Dinge im Alltag.

Mein Vater verbrachte 1939 einige Tage mit seiner Familie den Urlaub in Hainspitz im Nordosten Thüringens. Damals war er achtzehn. Mit Erstaunen und Schmunzeln las ich Folgendes:

29.5.1939
»Ein Weilchen saßen wir an der Autobahn und beobachteten den regen Verkehr.«

31.5.1939
»Dann wanderten wir zunächst an die Autobahn, um eine Fotoaufnahme zu machen … Nach dem Abendbrot setzten wir uns noch auf eine Bank an der Autobahn und würfelten. Lange nach Sonnenuntergang gingen wir schlafen.«

1.6.1939
»Am Nachmittag gingen wir nicht fort, sondern wir lagerten uns auf dem Abhang an der Reichsautobahn, wo wir auch Rommé spielten.«

3.6.1939
»Am Vormittag gingen wir lediglich ein Stück an der Autobahn Richtung Süd, da legten wir uns auf den Rasen und spielten Rommé. Zu Mittag aßen wir im Gasthaus in Hainspitz grüne Bohnen. Bis zum Kaffeetrinken spielten wir wieder an der Autobahn Rommé.«

Ich will das nicht kommentieren. Ich hoffe nur, ein Schmunzeln auf euer Gesicht gezaubert zu haben.

(Übrigens: Die erste Autobahn der Welt war die AVUS im Berliner Grunewald, die am 24. September 1921 eröffnet wurde.)

Advertisements

Bierkauf in Norwegen

k-IMG_7684Unseren diesjährigen Urlaub haben wir in Norwegen verbracht. Es ist durch seine einmalige Natur ein bezauberndes Land, dessen Fjorde, Küsten, Berge, Seen, Gletscher und die taghellen Nächte sprachlos macht. Weniger bezaubernd und trotzdem sprachlos machend fanden wir, was uns an einem Sonnabendabend in Voss, in einem Supermarkt widerfuhr. Voss ist ein Ort und Name einer Kommune in Hordaland und liegt ca. 75 km nordöstlich von Bergen. Diese kleine Stadt ist durch das folgende Ereignis keine Ehre für meinen gleichlautenden Nachnamen:

Wir betreten den Supermarkt und stürzen sogleich zur Bierecke, um dort (mehr …)

* * * * * * * * * * * „Genau!“ * * * * * * * * * * *

Kennt ihr das auch? Ob in den öffentlichen Medien oder im direkten Gespräch mit den lieben Mitmenschen – überall trifft man die sogenannten „Genau-Sager“ an. Das ist eine regelrechte Seuche, die mich allmählich nervt. Beobachtet es mal: Ihr sagt irgendwas, und bekommt zur Bestätigung ein „Genau“ zu hören. Das ist an sich nicht schlimm. Doch wenn sich in einem beispielsweise  5-Minuten-Gespräch dieses „Genau“ 15mal wiederholt, so zeugt das doch von einer gewissen Einfallslosigkeit.  Ich muss gestehen, es rutscht mir auch schon über die Lippen, da man es so oft hört. Offensichtlich ist keiner immun dagegen. 

Konzentriert mal eure Sinne auf dieses „Genau“. Vielleicht nervt es euch dann auch? 

Das würde mich freuen. Dann stünde ich mit dieser Meinung nicht mehr allein da.

Proteste bei Bookrix

Seit etwa einem halben Jahr bin ich bei Bookrix und kann dort elektronische Bücher gratis oder auch verkäuflich veröffentlichen. Vor etwa zehn Tagen kam der große Relaunch. Und jetzt ist nichts mehr, wie es war. Einiges wurde verbessert, und nach solch einer umfangreichen Umstellung (mehr …)

Flash

Ich habe zwei Wochen lang Abschied von Berlin genommen, von meinen Freunden und den Plätzen, die mir lieb geworden sind. Ich mag sie, meine Freunde und diese Stadt. Doch am vorletzten Tag passierte, was mir noch nie in Berlin passiert ist. (mehr …)

Es gibt sie noch, die netten Menschen

Ich verbringe meine letzten Tage in Berlin, nehme Abschied von dieser Stadt und den mir lieb gewordenen Menschen. Das ist notwendigerweise mit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verbunden, da sich die Treffpunkte an den verschiedenen Orten dieser Metropole befinden. Trotzdem lohnt es nicht mehr, eine Monatskarte zu lösen. Daher stehe ich nun wieder vor den Fahrkartenautomaten an den Bahnsteigen, um Einzelfahrscheine zu kaufen.
Gestern war es wieder soweit. Ich betrat den Bahnsteig und wendete mich einem Automaten zu, der unglücklicherweise von einer Dame blockiert war. Ihre Finger berührten hektisch verschiedene Stellen des Touchscreens. Sie wusste offensichtlich nicht so recht, was sie machen sollte. Mit freundlicher Stimme bat sie mich um Hilfe, wobei ihr Dialekt sie eindeutig als Berlinerin identifizierte. Natürlich erklärte ich ihr, dass sie die Kombination AB benutzen muss, um in die Innenstadt zu kommen und half ihr, mit dem Automaten zurecht zu kommen. Sie bedankte sich. Ihr war die Situation peinlich, offensichtlich bemerkte sie, dass ich keine Berlinerin bin.
Als ich mein Geld durch den Automatenschlitz stecken wollte, hörte ich ihre Stimme. Sie verwies einen jungen Mann an mich. Er kam zu mir und drückte einen benutzten Fahrschein in meine Hand, wobei er sagte: „Den können Sie noch eine Stunde benutzen.“
Schon war er weg. Ich war überrascht und konnte mich kaum bedanken. Fahrscheine sind in Berlin zwei Stunden gültig. Natürlich schaute ich mir den Entwerteraufdruck genau an. Alles stimmte, was er gesagt hatte. Er handelte nicht nach dem üblichen Schema: Ich habe meine Fahrkarte bezahlt, bezahle du deine auch. Somit habe ich 2,40 Euro gespart.
Was seine Beweggründe waren, sei mal dahingestellt. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind teuer genug, und die Leistung, die einem dafür geboten wird, recht fragwürdig. Die Berliner S-Bahn mit ihren technischen Ausfällen ist ein leidiges Dauerthema in Berlin. Die Menschen haben zu Recht etwas, worauf sie schimpfen können und die Medien ihre Lückenfüller, wenn sonst nicht viel los ist.
Ich werde meine restliche Zeit in Berlin ebenfalls damit zubringen, meine verwendeten, aber noch gültigen Fahrscheine an andere zu verteilen. Es wird mir gut tun, mich in diese Front einzureihen. Ich räche mich. Ja, ich räche mich dafür, viele unendliche Minuten auf kalten Bahnsteigen bei Wind, Regen und Schneefall zugebracht zu haben, wartend auf S-Bahnen, die entweder verspätet oder überhaupt nicht kamen.
 
Buch schreiben   oder auch hier: Bookrix

Ziergurken

Ich habe Ziergurken geschenkt bekommen. Ich wusste vorher nicht, dass es diese Dinger überhaupt gibt. Sie sind zur Dekoration  gedacht und sehen lustig aus. Soweit ich verstanden habe, kann man sie aus Samen züchten, und dann wuchern sie auf dem Beet herum. Schaut sie euch mal an:

Unkraut, Beikraut oder Ackerbegleitflora?

Mein Nachbar, der Busfahrer, hat mich schon im Nachthemd gesehen. Eigentlich ist er nicht direkt unser Nachbar, er wohnt im nächsten Haus. Wenn ich nicht schlafen kann, stehe ich nachts auf dem Balkon und stiere in die Dunkelheit. Es ist nie was los. Nur einmal erschrak ich, als vom Balkon des Nachbarhauses ein leuchtender Punkt durch die Dunkelheit stach. (mehr …)

Gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die . . .?

Ich bin aus dem Krankenhaus entlassen und heilfroh darüber. Vor nicht einmal zwei Wochen wurde ich operiert. Krankenhausaufenthalte stellen für mich, wie sicherlich für jedermann, eine unangenehme Situation dar.  Ich wäre am liebsten gar nicht hingegangen. Als ich in der Anmeldung an die Reihe kam, überfielen mich Fluchtgefühle. Und ab da nahmen die Dinge ihren eigenen Verlauf. Es sind Ereignisse,  die man mit Logik nicht erklären kann und die mich beunruhigen: (mehr …)