Gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die . . .?

Ich bin aus dem Krankenhaus entlassen und heilfroh darüber. Vor nicht einmal zwei Wochen wurde ich operiert. Krankenhausaufenthalte stellen für mich, wie sicherlich für jedermann, eine unangenehme Situation dar.  Ich wäre am liebsten gar nicht hingegangen. Als ich in der Anmeldung an die Reihe kam, überfielen mich Fluchtgefühle. Und ab da nahmen die Dinge ihren eigenen Verlauf. Es sind Ereignisse,  die man mit Logik nicht erklären kann und die mich beunruhigen:

Die Angestellte saß hinter den Computer und wollte von meiner Befund-CD eine Kopie herstellen. Der Computer stürzte ab und verweigerte jeglichen Neustart. Unglücklicherweise standen noch andere Computer herum, so dass einer ordnungsgemäßen Aufnahme ins Krankenhaus nichts mehr im Wege stand. „Das fängt ja gut an!“, war mein erster Gedanke. Der zweite folgte sofort: „Das war purer Zufall. Ich kann nichts dafür.“

Die Operation begann und endete irgendwann.  Als das Bewusstsein wieder von meinem Gehirn Besitz ergriff und ich nach dem Aufwachen die Uhrzeit erfuhr, war ich vollkommen durcheinander. Was, so lange war ich weg? Das konnte doch nicht sein. Ich wusste genau, wann man mich mit meinem Bett zum OP-Saal fuhr.  Später teilten mir die Ärzte mit, dass während der Operation technische Probleme auftauchten, d.h., das Ultraschallgerät fiel aus. Doch für mich hätte zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden. Ich muss nur sehr lange unter Narkose gewesen sein. Ca. 7 Stunden war ich ohne Bewusstsein. (Die Operation dauerte ungefähr die Hälfte der Zeit.)

Die Dinge entwickelten sich weiter. Ich lag noch zur Überwachung auf der Intensivstation und brauchte Hilfe. Ich drückte den roten Schalter, der mir im Bett entgegen leuchtete.  Kein Geräusch war zu hören.  Ich drückte und drückte, doch nichts tat sich. Wieso funktioniert auf der Intensivstation die Notklingel nicht? Zufällig war ein Pfleger in der Nähe. Er kümmerte sich natürlich erst mal um mich und dann um die Notklingel. Es stellte sich heraus, dass an keinem Bett der Intensivstation die Notklingel funktionierte. Hektisches Treiben war die Folge. Irgendwie bin ich eingeschlafen. Als ich aufwachte, war alles wieder in Ordnung. (Ich habe dies wirklich nicht geträumt.)

Auf der Intensivstation lag ich in einem Hightech-Bett. In bestimmten Zeitabständen fing es an zu brummen und die Matratze bewegte sich sanft. Dies sollte ein Wundliegen des Patienten verhindern. Die Unruhe auf der Intensivstation raubte mir den Schlaf. Und wenn dann noch  das Brummen dieser Hightech-Matratze in mein Ohr dröhnte, waren alle Schlaftabletten vergebens. Die letzte Nacht auf der Intensivstation ging mein Bett kaputt. Alle Luft wich aus der Hightech-Luftmatratze. Die Schwester pumpte mit einer Schalterbetätigung wieder auf. Das war wirklich kein Problem. Doch ein Problem war offensichtlich, diesen ganzen Brumm- und Schaukelmechanismus der Matratze abzustellen. Vielleicht wollte man das auch nicht. Immerhin müssen diese Betten sehr teuer gewesen sein. Irgendwann schlief ich ein. Nachts, 2 Uhr,  wachte ich wieder auf, da mein Bett in immer kürzeren Abständen mit brummen und die Matratze mit Schaukeln anfing.  An Schlaf war nicht mehr zu denken. Helfen konnte man mir nicht, dass Ding ging angeblich nicht abzustellen. Notgedrungenermaßen produzierte mein Gehirn zerstörerische Gedanken. Mich packte erneut die Erkenntnis, dass ich wohl gewisse Fähigkeiten besitzen muss. So setzte ich alles daran, rein mental die Elektronik des Bettes zu entschärfen. Leider klappte dies nicht. Vor lauter Zerstörungskonzentration schlief ich bis zum Morgen nicht mehr ein.

Endlich am 4. Tag kam ich auf die Normalstation und ich wollte genüsslich fernsehen. Der Fernseher funktionierte über die Bedienung eines Telefons,  und die war mir bekannt. Leider konnte ich mit der Tastatur machen, was ich wollte, der Fernsehapparat hoch hoben an der Wand stellte sich nicht an. Pfleger Ferdinand eilte herbei, um mir mit technischem Verstand (ich bin weiblich und blond) zu helfen.  Auch er brachte nichts in Gang, obwohl er eine Anleitung bei sich hatte. Er tauschte die Telefonapparate an den Betten aus. Doch der Fernseher sagte keinen Mucks. Es stellte sich heraus, dass dieser Fehler die ganze Station befallen hatte und neben dem Fernsehen auch niemand telefonieren konnte. Am nächsten Tag brachte der Techniker alles wieder in Ordnung.

Am 13. Tag wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. (Übrigens lag ich in Zimmer 13 und wurde am Freitag, dem 13., operiert – doch all das will ich wirklich nicht überbewerten!)

Kaum war ich einen Tag zu Hause rief mich meine Kollegin an. Mit meiner Firma zu sprechen, war aus bestimmten Gründen nicht ganz einfach für mich, obwohl sich alles in Wohlgefallen auflöste. Kaum war das Gespräch zu Ende, ging im Zimmer mit schrillem Ton der Rauchmelder los.  Zum besseren Verständnis: Es brannte nichts.

Seitdem sind 2 Tage in voller Ruhe vergangen. Ich bin zu Hause und sende offensichtlich keine Störfelder mehr aus.

Ich will hier wirklich nichts bewerten oder kommentieren. Ich habe nur die Fakten geschildert. Doch eine Frage bohrt sich in mein Gehirn: Soll dies alles Zufall sein?

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8 Kommentare

  1. Ich habe den *Gefällt mir* Button geklickt, weil die letzte Frage mich schmunzeln lässt; für mich persönlich gibt es keine Zufälle. Der Artikel mit all den Geschehnissen hat mich mal wieder daran erinnert, mehr auf mein Bauchgefühl zu achten. Danke schön.
    Weiterhin gute Besserung und liebe Grüße
    magdalena
    unbekannterweise

    Antwort
    • Hallo Magdalena, ich möchte hier gern noch eins drauf setzen: Man getraut sich ja schon gar nicht, alles zu erwähnen. Eigentlich sollte ich schon zwei Tage früher operiert werden. Ich wurde vollständig auf diese OP vorbereitet, wartete in meinem Bett vor dem OP-Raum und wurde plötzlich nicht operiert und in mein Zimmer zurückgefahren. Das war für mich Psychoterror. Der Chirurg weigerte sich (übrigens zu Recht), mich zu operieren, weil noch ein wichtiger Befund fehlte. Dies war nicht mein Fehler.
      Danke übrigens für die guten Besserungswünsche.

      Antwort
  2. Liebe Brigitte, es passiert mehr zwischen Himmel und Erde, als wir uns vorstellen können. Hast du dich bei deinen Schutzengeln oder wie auch immer du sie nennen magst, diese Kräfte, bedankt, die womöglich verhindert haben, das dir Schlimmes passiert im KH?

    Antwort
    • Also, an Schutzengel glaube ich nicht so recht. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube daran, dass man nicht alles wissenschaftlich erklären kann. Es gibt Dinge, die man selbst erlebt hat und erlebt. Und daran glaubt man eben. Natürlich bin ich auch dankbar, dass womöglich nichts Schlimmeres passiert ist.

      Antwort
  3. Dein Erstgeborener

     /  28.07.2012

    … also ich habe grad beschlossen, nie gemeinsam mit dir in ein Flugzeug zu steigen 🙂

    Antwort
    • Stell dich nicht so an! Meine mütterlichen Energien sind stärker als die zerstörerischen. 😦

      Antwort
  4. Dein Erstgeborener

     /  29.07.2012

    Au ja, du kriegst dann Flügel um mich sicher zum Boden zu kriegen, daran hab ich keinen Zweifel. Aber: Funktionieren die dann auch???

    Antwort

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